Der handwerkliche Beruf des Schreiners, der in manchen Regionen auch Tischler genannt wird, hat eine lange Tradition. Heute sind die Inhalte einer Ausbildung zum Tischler, welche in Deutschland drei Jahre dauert, gesetzlich festgelegt. Während der Lehrzeit, die mit der Gesellenprüfung abgeschlossen wird, werden sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische Fertigkeiten erworben. Zur Erlangung des Gesellenbriefes sind neben dem Nachweis von Materialkenntnissen und dem Wissen um verschiedene Verbindungstechniken auch der Entwurf und die Anfertigung eines Gesellenstücks erforderlich.

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Was das konkrete Berufsfeld für Schreiner betrifft, unterscheidet man hauptsächlich zwei Bereiche: die Möbelschreinerei und die Bauschreinerei. Möbeltischler stellen mobile Ausstattungen für Gebäude, also Möbel wie Tische und Stühle, Regale und Schränke her, zumeist entweder als Einzelstücke oder in kleinen Serien. Bautischler dagegen sind mit der Fertigung von Bauteilen wie Fenstern, Türen und Toren, aber auch Treppen, Böden und Ähnlichem befasst. Häufig verwendetes Material ist traditionell Holz und unterschiedliche Holzwerkstoffe. Aufgrund ihrer Ausbildung sind Schreiner dazu fähig, Möbelstücke oder Bauteile zu konzipieren, zeichnerisch darzustellen und zu konstruieren. Die Auswahl der Werkstoffe für ein bestimmtes Produkt gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Behandlung, Beschichtung und Veredelung von Oberflächen. Auch der Einbau und die Montage fertiger Teile und Werkstücke gehört zu ihren Leistungen.

Aufträge für Schreinerarbeiten können ganz unterschiedliche Tätigkeiten zum Inhalt haben. Im Bereich der Möbeltischlerei sind es häufig Einbauküchen, aber auch Einzelmöbel, Bestuhlungen und andere Möbelausstattungen, die zu fertigen sind. Fußböden aus Holz, Fenster und Fensteranlagen sowie Wintergärten, Inneneinrichtungen für Ladenlokale und andere Objekteinrichtungen für unterschiedliche Gebäude sind einige Beispiele für Aufgaben, die im Berufsfeld Bauschreiner anfallen. Hierbei sind Aspekte und Vorschriften zu beachten, die über gestalterische Aspekte hinausgehen: Rauch- und Brandschutz, Schall- und Wärmeschutz sowie Einbruchsschutz sind einige der Kriterien, die Schreiner bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben. Ein Sondergebiet, auf dem Tischler ebenfalls tätig werden, sind Bestattungen, denn auch Särge werden von Schreinern hergestellt.

Für Tischler bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Fortbildung und Spezialisierung. So kann ein Geselle den Meisterbrief erwerben oder sich in einer Fachschule zum staatlich geprüften Techniker ausbilden lassen. Weitere Fortbildungsmöglichkeiten sind mit Lehrgängen in den Bereichen Kundenberatung, Fertigungsplanung und Fachbauleitung gegeben. Wer sich besonders dazu berufen fühlt, gestalterisch tätig zu werden, hat die Möglichkeit, eine weiterführende Fachschule für Gestaltung im Handwerk zu besuchen. Und wer sich besonders für das traditionelle Handwerk interessiert, kann sich in einer weiterbildenden Maßnahme zum Restaurator ausbilden zu lassen. Der Beruf des Schreiners deckt eine Fülle von Aufgaben und Tätigkeiten zwischen Tradition und modernster Technologie ab.

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